FL Moritz Moser, HTL Hallein
Veröffentlichungsdatum:
18 September 2026
Gemeinsam Zukunft gestalten: Netzwerktreffen widmet sich Profilbildung, Austausch und zeitgemäßer Kompetenzvermittlung
Hallein, 18. September 2026 – Wie können Holzbildhauerschulen ihre individuellen Stärken sichtbarer machen und gleichzeitig voneinander lernen? Welche Inhalte und Methoden benötigen angehende Holzbildhauerinnen und Holzbildhauer heute, um erfolgreich in ein zunehmend komplexes berufliches Umfeld einzutreten? Mit diesen Fragen beschäftigten sich Vertreterinnen und Vertreter deutschsprachiger Holzbildhauerschulen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz beim diesjährigen Netzwerktreffen am Beruflichen Schulzentrum Hallein.
Seit 2018 kommen die Fachschulen regelmäßig zusammen, um die Zukunft einer Ausbildung zu gestalten, die als kulturell bedeutendes Handwerk gleichermaßen Tradition bewahrt und Innovation ermöglicht. Das kontinuierlich wachsende Netzwerk versteht sich dabei als Plattform für fachlichen Austausch, gemeinsame Interessenvertretung und die Weiterentwicklung der Ausbildung im Bereich der Holzbildhauerei.
Nachdem im vergangenen Jahr die Frage diskutiert wurde, welche Kompetenzen heutige Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger benötigen, richtete sich der Blick in Hallein auf die Schulen selbst: Was wird an den einzelnen Standorten vermittelt? Mit welchen pädagogischen Konzepten, fachlichen Schwerpunkten und organisatorischen Rahmenbedingungen geschieht dies? Und welche Ansätze könnten auch für andere Ausbildungsstätten inspirierend sein?
Gerade hier erwies sich der Tagungsort Hallein als besonders spannend. Die Teilnehmenden erhielten einen vertieften Einblick in die spezifischen Rahmenbedingungen, unter denen die dortige Schule arbeitet. Die Verbindung von handwerklicher Tradition in einer touristisch Hallein interessanten Region, der dortigen Verankerung und zeitgemäßer Bildungsarbeit bot zahlreiche Anknüpfungspunkte für intensive Gespräche. Die unterschiedlichen Profile der Schulen wurden sichtbar und schufen die Grundlage für einen offenen Austausch darüber, wie Ausbildungsangebote weiterentwickelt und zugleich individuelle Stärken bewahrt werden können.
Ein weiterer Schwerpunkt lag von hier ausgehend auf der Förderung von Praktika und schulübergreifenden Austauschen. Solche Erfahrungen ermöglichen den Auszubildenden nicht nur Einblicke in andere Arbeits- und Lehrkulturen, sondern stärken auch ihre fachliche und persönliche Entwicklung. Gerade in einem Berufsfeld wie der Holzbildhauerei, das sich zwischen Handwerk und Kunst bewegt, gewinnt die Vernetzung über Ländergrenzen hinweg zunehmend an Bedeutung.
Deutlich wurde während des Treffens, dass die Schulen trotz unterschiedlicher Strukturen vor ähnlichen Herausforderungen stehen: Nachwuchsgewinnung, Sichtbarkeit des Berufsbildes, Digitalisierung sowie die Vermittlung unternehmerischer und gestalterischer Kompetenzen bei sich veränderten gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bedingungen. Das Netzwerk bietet hierfür einen wichtigen Raum, um Erfahrungen zu teilen, gemeinsame Strategien zu entwickeln und voneinander zu lernen.
Weiterführende Informationen
Aus dem Selbstverständnis der Holzbildhauerschulen, die sich dem Netzwerk angeschlossen haben: Die Holzbildhauerschulen und Bildhauerschulen - stehen für den klassischen und zeitgemäßen Beruf der
Holzbildhauer:Innen, welcher Kulturgut pflegt und neues schafft. Damit leisten sie einen handwerklich-künstlerischen Beitrag für eine sich wandelnde Gesellschaft und einen sich ändernden Markt. Sie bilden gestalterisch geschulte Bildhauergesellen:innen und -meister:innen aus, die mit handwerklicher Kompetenz, profunden Holz- und Werkstoffkenntnissen, kunsthistorischem Formverständnis, geschultem Auge und Sensibilität für Gestaltung, hochwertige Arbeiten fertigen. Die umfassende Grundausbildung beinhaltet alle Herstellungsschritte, von der Ideenentwicklung über die zeichnerisch-plastischen Vorstufen, bis zum fertigen Objekt. Alles aus einer Hand. Sie erarbeiten zusammen mit den Auszubildenden ihre eigene Formensprache, die zu deren persönlicher Entwicklung beiträgt und sie befähigt mit ihrer künstlerischen Position Stellung zu beziehen sowie Aufträge auszuführen.
https://www.holzbildhauerschulen.de
Netzwerk-Gastgeber im Jahr 2026: Die Höhere Technische Bundeslehranstalt Hallein (HTL Hallein) zählt zu den traditionsreichsten Bildungsinstitutionen Österreichs. Ihre Wurzeln reichen bis ins Jahr 1871 zurück, als sie als Schnitzereischule Hallein gegründet wurde. Heute besuchen rund 1.000 Schülerinnen und Schüler die Schule, die sich durch die erfolgreiche Verbindung von fundierter Allgemeinbildung und praxisnaher, handwerklich-technischer Ausbildung auszeichnet. Die drei Fachbereiche Holz, Metall sowie Kunst & Design bieten ein breites Bildungsangebot für junge Menschen, die Kreativität, technisches Verständnis und praktisches Arbeiten miteinander verbinden möchten. Mit ihrem vielfältigen Bildungsangebot von Fachschulen, Höheren Lehranstalten und Kollegs verbindet die HTL Hallein Tradition und Innovation und bereitet ihre Schülerinnen und Schüler praxisorientiert auf die Anforderungen der modernen Arbeitswelt vor.
https://www.htl-hallein.at
Begleitet wird das Projekt von der ProWood Stiftung, die sich seit vielen Jahren für zeitgemäße
technisch-handwerkliche Bildung engagiert. Durch die Unterstützung der Stiftung können internationale Kooperationen, fachlicher Austausch und innovative Bildungsprojekte nachhaltig gefördert werden. Die ProWood Stiftung wurde 1999 vom deutschen Holzbearbeitungsmaschinenbau gegründet. Ihr Ziel ist es, Entwicklung durch Bildung, Kultur und internationale Verständigung zu fördern. Als gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Frankfurt am Main setzt sie sich für Aus- und Weiterbildung, Forschung und Entwicklung sowie die Unterstützung von Kunst, Kultur und internationaler Zusammenarbeit ein.
https://www.prowood.org