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Preisträger des Bischof-Heinrich-Tenhumberg-Preises 2018/19

Martin Schonhardt, Zur Krippe her kommet Wolfgang Kleiser, Zur Krippe her kommet 17 Januar 2019 An der 78. Krippenausstellung haben sich etwa 100 Krippenschaffende beteiligt. Wenn man die Jugendlichen in Schulklassen einzeln zählen würde, dann gäbe es fast 300 Beteiligte an der diesjährigen Ausstellung! Nun hat die fünfköpfige Jury neun Preisträger ausgewählt, der zehnte Preis wurde wieder vom Publikum bestimmt. Die Auswahlkriterien sind Originalität, Kreativität und Spontaneität der Idee und Umsetzung der Arbeiten. Die Künstler kommen aus dem Ruhrgebiet, dem Münsterland und aus Baden-Württemberg.

Die jüngsten Preisträger haben im Kreativ-Workshop für Jung und Alt der Katholischen Pfarrei St. Viktor in Dülmen unter Leitung von Mariele Pelz und Hannelore Schulze Weddern mitgearbeitet. Die Kinder im Alter zwischen sechs und fünfzehn Jahren nannten ihr Werk „So geht Verkündigung heute: Wir kommen zur Krippe!“. Auf eine Platte sind Figuren aus Pappmasché modelliert. Auf der einen Seite ist eine Bühne mit Scheinwerfern aufgebaut, auf der anderen Seite geschieht das Geburtsereignis in einer Höhle. Zur Krippe kommen junge und alte Menschen, Menschen mit und ohne Behinderung. Allen ist gemeinsam, dass sie medial unterwegs sind mit Handy oder Tablet. Vielleicht hat Maria gerade ein Selfie mit ihrem neugeborenen Kind gemacht. Aber es gibt auch Menschen, die so in ihre Medien vertieft sind, dass sie das große Ereignis nicht mitbekommen. Die Verbindung des Ausstellungsthemas mit einem eigenen Thema beeindruckten die Jury.

Seit mehreren Jahren nimmt Marina Selissa Zimmer aus Rösrath mit kleinen Leinwandarbeiten an der Krippenausstellung teil. Das gerahmte Wandbild mit dem Titel „Kommt alle zur Krippe“ ist mit Acryl auf Leinwand gemalt und zeigt die Krippe, die an Noahs Arche erinnert, da alle Tiere kommen, um das Christkind zu sehen. Auch die Fressfeinde wie Lamm und Löwe sind einträchtig beisammen. Die ganze Schöpfung hat Anteil am Geburtsereignis. Diese Idee hat die Jury überzeugt.

Claudia Onnebrink und Stefan Schwab (Münster, Steinfurt) schufen gemeinsam die pyramidenförmige Krippenarbeit „Zur Krippe her kommet …“, eine 3D-Skulptur aus Holz und Modelliermasse, die mit einer Lichterkette erleuchtet wird. Kleine, fein und humorvoll modellierte Figuren kommen zur Krippe: der Junge mit dem Fußball, der Rollstuhlfahrer, der Handwerker und viele weitere. Von Ebene zu Ebene müssen sie über eine Leiter den Weg zur Krippe erklimmen, die ganz oben die Spitze der Pyramide bildet. Der Jury gefiel besonders der stimmige Materialmix, die originelle, erfrischende und lebendige Gestaltung und die dadurch vermittelte frohe Botschaft.

Aus einem gerahmten Foto und einer Briefmarke mit dem Foto des eigenen Kindes als Jesuskind besteht das Werk „Ein Kind ist uns geboren“ von Jenny Kühn aus Ditzingen. Die Jury war von der feinen Inszenierung und der ins Bild gebrachten Vorstellung von „die Geburt unseres Kindes ist wie Weihnachten“ sehr angetan.

2013 schnitzte der Holzbildhauermeister Wolfgang Kleiser aus Vörenbach im Schwarzwald seine „Heilige Familie“ aus Lindenholz und lasierte die Skulptur weiß. Josef nimmt in dieser Darstellung eine segnende Haltung ein. Die beiden Figuren haben innigen Blickkontakt zueinander. Die Jury lobte diese zugleich traditionelle und moderne Krippendarstellung.

Der Holzbildhauer und staatlich geprüfte Gestalter Martin Schonhardt (Simonswald) hat seine Krippe mit dem Titel „Zur Krippe her kommet …“ aus Lindenholz geschnitzt und mit Acrylfarbe koloriert. Es sind die Heilige Familie mit Ochs und Esel sowie Hirten und Schafe zu sehen. Über der Szene schweben drei Engel und strahlen auf die Heilige Familie herab. Die Strahlen wurden in das Relief hineingesägt. Das Jesuskind ist in einen angedeuteten Kreuzbalken mit Kunststoffauflage geritzt. Der kräftig rote, geschnitzte Kreuzstamm verweist auf die Kreuzigung Jesu. Die Verbindung von Krippe und Kreuz sowie die hohe handwerkliche Qualität der Arbeit überzeugten die Jury.

Die Krippe von Christa Tenkmann aus Rheine mit dem Titel „Zur Krippe her kommet …“ beeindruckte die Jury durch ihre filigrane Bearbeitung und ihre Lebendigkeit. Die Figurenumrisse wurden aus Draht geformt und mit verschiedenen Papiersorten, unter anderem Zeitungspapier, „bekleidet“. Die dabei entstandenen, fast quadratischen Bildflächen wurden auf eine mit handgeschöpftem Papier bezogenen Holzplatte montiert. Die Jury war von der Technik angetan, die bisher noch nie in einer Krippenausstellung zu sehen war.

Anni Schulte aus Rheine nimmt schon seit 1960 an der Krippenausstellung teil. Für ihre diesjährige Arbeit „Zur Krippe her kommet …“ hat sie die Figuren modelliert und kaschiert sowie die Tiere aus Holz geschnitzt. Die von ihr geschnitzte Tempelruine steht als Symbol für den Niedergang der alten Welt. Die Geburt Jesu Christis versinnbildlicht den Beginn des Neuen Testaments. Neben der wunderbar gearbeiteten Darstellung beeindruckte die Jury vor allem die inhaltliche Verbindung von Altem und Neuem Testament sehr.

Auch der letzte Preisträger ist bereits seit zehn Jahren dabei. Es ist Gregor Malyszek aus Vreden mit seiner Arbeit „Zur Krippe her kommet …“. Seine aus Ton modellierten und mit Acrylfarben kolorierten Figuren sind in einen mit zwei Türen zu öffnenden Holzkasten montiert: links in der Tür die Hirten, rechts die Heiligen Drei Könige, in der Mitte die Heilige Familie. Bei geschlossenen Türen bildet ein kleiner Metallstern die Verriegelung.

Den Publikumspreis erhalten in diesem Jahr Kinder im Alter von zehn bis zwölf Jahren aus dem Elternverein mc² - mehr chancen für hochbegabte Kinder und Jugendliche Münster e. V., unter der Leitung von Anna Maria Schulze. Sie schufen gemeinsam das Werk „Nachhaltig zur Krippe her kommet“. Die Recycling-Krippe besteht aus Kunststoff-Verpackungsmaterialien wie Plastikflaschen und –deckeln, Obst-, Gemüse- und Vogelschutznetzen, Radkappen und Grablichtern. Halbierte Plastikblumentöpfe bilden die Schindeln des Stalls, mit Luftmatratzenstoff sind die Heiligen Drei Könige bekleidet. Der ideenreiche Umgang mit den Materialien, und das konsequente Durchhalten des Konzeptes fand die Jury preiswürdig.

Die Preisträgerinnen und Preisträger erhalten ihre Auszeichnungen am Sonntag, den 27. Januar 2018, um 15 Uhr im Rahmen einer Feierstunde im Museum durch Weihbischof Dr. Stefan Zekorn. Frau Dr. Susanne Kolter wird als Vorsitzende der Jury die Preisträger mit ihren Werken zuvor in einer Laudatio würdigen.


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